Die Kunst, Bücher zu sammeln, die man (noch) nicht liest

Tsundoku ist ein japanischer Begriff, der sich aus „tsunde“ (anhäufen), „oku“ (für eine Weile liegen lassen) und „doku“ (lesen) zusammensetzt. Er beschreibt die Gewohnheit, Bücher zu erwerben und sie ungelesen aufzustapeln. Dieses Phänomen ist nicht nur ein Horten oder das Ansammeln von Staub auf Ihren Regalen; es spiegelt Neugier, Ehrgeiz und die Freude an der Vorstellung potenziellen Wissens wider. Jedes gekaufte Buch birgt das Versprechen neuer Erkenntnisse, Abenteuer oder frischer Perspektiven, die im richtigen Moment entdeckt werden sollen.
April 2024
knowledgebooks

Warum sollten Sie Lesematerialien erwerben und sie nicht lesen?

Auf den ersten Blick mag der Kauf von Büchern ohne die Absicht, sie sofort zu lesen, irrational erscheinen. Doch hinter Tsundoku verbirgt sich ein tieferer, fast philosophischer Wert.

  • Bestrebungen und Inspiration: Jedes gekaufte Buch ist ein Zeugnis Ihrer Interessen und Bestrebungen in diesem Moment. Die Handlung selbst kann als Erinnerung an Ihre intellektuellen Neugierden und lebenslangen Lernziele dienen.
  • Dekorativ und symbolisch: Bücher sind nicht nur zum Lesen da. Sie dekorieren Ihren Wohnraum und bieten eine beruhigende Atmosphäre von gelehrter Präsenz. Sie sind Symbole des Wissens und können Gesprächsanreger sein, wenn Sie Gäste haben.
  • Zukünftige Ressourcen: Betrachten Sie Ihre Bücherregale als eine persönliche Bibliothek. Genau wie öffentliche Bibliotheken nicht erwarten, dass jedes Buch gleichzeitig ausgeliehen wird, ist Ihre Sammlung ein Reservoir des Wissens, bereit, wenn Sie es sind. In diesem digitalen Zeitalter, in dem Informationen reichlich und sofort verfügbar sind, macht es noch mehr Sinn, ein digitales Archiv zu unterhalten. E-Books, Online-Artikel und digitale Abonnements können als eine praktischere und platzsparendere Version des Tsundoku dienen. Sie ermöglichen es Ihnen, riesige Mengen an Informationen ohne den physischen Platzbedarf zu speichern, jederzeit griffbereit, wenn der Bedarf entsteht.

Was passiert, wenn Sie lesen?

Der Übergang vom Sammeln zum Lesen kann Ihre Beziehung zu Ihren Büchern dramatisch verändern. Das Lesen der angesammelten Bücher kann:

  • Wissen und Empathie erweitern: Jedes Buch bietet neues Wissen, emotionale Erfahrungen und kulturelles Verständnis und erweitert so Ihre mentalen Horizonte.
  • Bestrebungen in Erfolge verwandeln: Lesen verwandelt Ihren bestrebenden Bücherkauf in greifbare Erfolge. Jedes gelesene Buch ist ein Schritt zur Erfüllung persönlicher Ziele.
  • Geistigen und physischen Raum freimachen: Das Lesen Ihrer gesammelten Bücher kann Ihren Geist und Ihre Regale entrümpeln und Platz für neue Ideen und neue Bücher schaffen.

Fazit

Wenn ich auf meine eigene Erfahrung mit Tsundoku zurückblicke, bin ich von jemandem, der mehr gesammelt als gelesen hat, zu jemandem übergegangen, der sich nun bewusst mit seiner Sammlung auseinandersetzt. Anfangs war der Erwerb von Büchern von der Begeisterung für das, was sie bieten könnten, dem Potenzial, das sie innehatten, angetrieben. Mit der Zeit jedoch erkannte ich, dass die wahre Freude und Erfüllung nicht nur im Besitzen von Büchern liegt, sondern im Lesen derselben.

In den letzten drei Jahren habe ich mich darauf konzentriert, meine Stapel durch Lesen zu reduzieren und festgestellt, dass jedes Buch, ob es neue Fähigkeiten, eine neue Geschichte oder eine neue Philosophie bietet, mich ein wenig verändert. Es geht darum, in meinem eigenen Leben durch die Worte und Weisheiten anderer einen Unterschied zu machen. Die Stapel ungelesener Bücher haben sich von einem stillen Vorwurf in eine Quelle von Stolz und Freude verwandelt.

Im Wesentlichen, ob Sie ein Sammler oder ein begeisterter Leser sind, was am meisten zählt, ist, wie diese Bücher Ihr Leben widerspiegeln und bereichern. Tsundoku ist nicht nur eine Gewohnheit; es ist ein Spiegelbild dessen, wer wir sind und wer wir werden möchten. Umarmen Sie Ihre Stapel ungelesener Bücher, aber finden Sie auch Zeit, in sie einzutauchen. Die Reise durch ihre Seiten ist ebenso bereichernd wie der Akt, sie Ihrer Sammlung hinzuzufügen.

Trotzdem muss ich zugeben, dass ich immer noch dem Tsundoku verfalle, besonders bei Kochbüchern. Ich besitze mehr Kochbücher, als ich jemals in meinen Kochabenteuern verwendet habe. Dennoch dienen sie als Quelle der Inspiration, jedes einzelne hält das Versprechen kreativer kulinarischer Kreationen bereit, die vielleicht eines Tages von der Seite auf den Teller springen.